Historische Forschungsdaten – digital und vernetzt
Forschungsdaten werden nicht nur aktuell neu produziert, sondern liegen in den älteren Printbeständen in großer Anzahl vor. Um diese im digitalen Zeitalter gut auffindbar und weithin nutzbar zu machen, digitalisiert die UB in Kooperation mit Instituten zentrale Publikationen und Institutsreihen.
Zusammen mit dem Institut für Biomaterialien und biomolekulare Systeme und der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg e.V. wurden die Inhalte und Forschungsdaten aus den „Jahresheften der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg“ umfassend digitalisiert und aufbereitet. 190 Bände aus den Jahren 1845 bis 2000 stehen jetzt mit über 62.000 Images (Abb. 1) und 19.000 Metadaten frei nutzbar auf der Plattform „Digitale Sammlungen“ nach den FAIR-Prinzipien bereit; erschlossen mit Normdatenvokabular, zitierbar über eine DOI und IIIF-URL und inhaltlich sehr gut recherchierbar durch die OCR-Volltexterkennung. Durch diese umfassenden Datenaufbereitung kann die Fachwissenschaft auf die Inhalte von 155 Jahren naturkundlicher Arbeit in Württemberg aus den Bereichen Botanik, Zoologie, Chemie, Ökologie, Paläontologie und Geologie in zeitgemäßer Form zugreifen und diese historischen Forschungsdaten weiterverarbeiten, z.B. wenn es um Fragen der Veränderung von Habitaten der heimischen Tier- und Pflanzenwelt geht.
Universitäre Sammlungen – Teil des kulturellen Erbes und der Forschungsinfrastruktur
Sammlungen gehören zum kulturellen Erbe der Hochschule und des Landes und sind Teil der Forschungsinfrastruktur einer Universität, da sie für Forschung, Lehre und Wissenschafts-kommunikation genutzt werden. Die Universitätsbibliothek unterstützt daher das Sammlungsnetzwerk der Hochschule, das aktuell aus Vertretern von 17 Objektsammlungen an Instituten und Einrichtungen besteht, und hat mit diesem den Entwurf einer Sammlungsordnung für die Universität Stuttgart erarbeitet. Zudem sichert und erschließt die Universitätsbibliothek wichtige Objekte, die paradigmatisch für den Forschungs- und Lehrkontext oder die Geschichte der Universität stehen, aber nicht mehr an Instituten verbleiben können. Dazu baut sie den zentralen „Fundus Wissenschaftsgeschichte“ auf. (Abb. 2, 3)
Kontakt
Christiane Rambach
Dr.Fachreferat, Digitalisierung, Bestandserhaltung, Sammlungen